BAG: Altersgrenzen in Arbeitsverträgen sind „dynamisch“ auszulegen

Äußerst praxisrelevant hat das Bundesarbeitsgericht (BAG) entschieden, dass eine Altersgrenze in einem vom Arbeitgeber vorformulierten Arbeitsvertrag, nach der das Arbeitsverhältnis „ohne dass es einer Kündigung bedarf, mit Vollendung des 65. Lebensjahres enden soll“, nach der Anhebung des Regelrentenalters regelmäßig dahin auszulegen sei, dass das Arbeitsverhältnis erst mit Vollendung des für den Bezug einer Regelaltersrente maßgeblichen Lebensalters enden soll.

Auch bei arbeitsvertraglichen Klauseln, die für die Beendigung des Arbeitsverhältnisses nicht abstrakt auf das Erreichen der Regelaltersgrenze abstellen, sondern auf die Vollendung des 65. Lebensjahres (was vor allem bei vielen älteren Arbeitsverträgen der Fall ist), ist nun richtigerweise davon auszugehen, dass die Parteien die Befristung „dynamisch“  an die jeweilige gesetzliche  Regelaltersgrenze knüpfen wollten.